Vor einigen Tagen hatte ich über Cuil geschrieben und dabei meine Enttäuschung zum Ausdruck gebracht, dass die Ergebnisse eher dürftig waren und beim besten Willen nicht zu empfehlen waren. Heute möchte ich eine Suchmaschine kurz vorstellen, die es jetzt schon etwas länger gibt und deren Ergebnisse mich am Anfang ebenfalls enttäuscht haben.

Anfang Januar wurde Wikiasearch an den Start geschickt und auch damals behauptete die Presse, dass hier ein Google-Konkurent an den Start ginge.

Der wohl beste Grund für solche Aussagen ist, dass hinter Wikiasearch Jimmy Wales steht – der Gründer der Wikipedia .

Leider lassen die Nutzungsstatistiken von Wikiasearch soetwas nicht vermuten und es ist sicherlich noch ein langer Weg dahin, gerade einmal 50085 Suchen wurden gestern (29. Juli) durchgeführt. Das ist beim besten Willen nicht viel.

Die Suchergebnisse sind durchaus sehr ordentlich, aber verantwortungsvolle Nutzer können diese verbessern und das ist die Idee hinter Wikiasearch. Wie bei Wikipedia, sollen es die Nutzer sein, die die Suchergebnisse verbessern.

Eine Suche nach Otzberg zeigt schön, wie das funktionieren könnte. Irgendwer hat otzberg.de mit 5 Sternen bewertet und so erscheint diese Seite nun an erster Stelle der Suche. Eine Webseite, die sehr weit oben in den Suchergebnissen stand, wurde von einem Nutzer gelöscht und erscheint zwar noch, aber nur noch durchgestrichen.

Insgesamt hat bei dieser Suche die Nutzerinteraktion geholfen und gut ist, dass die Veränderungen genau gezeigt werden. So weiss jeder gleich, was verändert wurde.

Bei kleinen, nicht sonderlich populären, Suchanfragen ist dies sicherlich gut zu kontrollieren. Aber was geschieht, wenn eine Suchanfrage kontrovers ist? Was wenn sich Nutzer dazu berufen fühlen bestimmte Meinungen aus dem Internet zu streichen? Ist dann die Wikiasearch-Community schon stark genug um dagegen anzugehen?

Eine Suche nach Apple zeigt das Problem dann schon etwas deutlicher. Hier wird schon einmal die URL von Apple’s Homepage gelöscht.

Ich möchte "Jeffrey Tierney" jetzt erst einmal unterstellen, dass er Wikiasearch nur ausprobieren wollte, aber wenn man eine URL, wie www.apple.com einfach löschen kann, dann ist das zu mindestens bedenklich.

The Widsom of the Crowds kommt mir gleich in den Kopf, ein beliebter Ausdruck, der suggerieren soll, dass wenn das Wissen von vielen zusammenzieht, sicher etwas gutes dabei rauskommt. Aber wie war das noch mal mit der flachen Erde? War nicht auch das einmal ganz selbstverständlich, bis ein Träumer etwas anderes beweisen konnte?

Aber hätte ein solcher Träumer noch heute eine Chance? Würden seine Webseiten nicht ganz schnell weggelöscht? Was geschieht mit einer unbequemen politischen Meinung? Da kann ich nur hoffen, dass  immer alle Wikiasearch-Nutzer gleich motiviert sind und so gelöschte Meinungen wieder ins Licht der Suchmaschine rücken können.

Wir haben in der Vergangenheit auch viel von Search Engine Optimization gehört? Wäre es hier nicht ganz einfach? Man stellt einfach 500 fleissige Mitarbeiter in Indien an, die dann für die eigenen Kunden die Suchergebnisse nach bedarf annotieren, an die erste Stelle wählen und die Konkurrenz weglöschen?

Hier kann man nur hoffen, dass das Wissen, das Jimmy Wales mit seiner Wikipedia gesammelt hat, hier Berücksichtigung finden kann und so dafür sorgt, dass wir auch in Zukunft noch gute Ergebnisse bekommen.

Denn für mich ist das das wahre Ergebnis meiner kleinen Probe – die Suchergebnisse von Wikiasearch sind nicht nut akzeptabel sondern oft auch gut. Und wenn das Ergebnis nicht gut genug erscheint, dann bieten die Macher von Wikiasearch einen bequemen Link zu Google und Yahoo.

Also probiert es doch einfach mal aus – Wikiasearch erreicht Ihr unter http://www.wikiasearch.com

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