picture-1In der Zwischenzeit wisst Ihr ja schon, dass meine Kopie von iLife 09 heute morgen angekommen ist und ich diese in der Mittagspause schnell installiert habe. Es hat halt auch ab und zu seine Vorteile, wenn man ein Home Office hat ;)

Meinen ersten Eindruck bekam ich von Faces, als mir iPhoto 09 zeigte, dass man für die nächsten 345 Minuten meine Fotos nach Gesichtern durchsuchen wolle. Wohlgemerkt, hier wird noch nichts erkannt, nur analysiert. Ganz so übel darf man das iPhoto aber gar nicht nehmen, denn schließlich musste sich der Algorithmus durch 21764 Fotos durchkämpfen und wenn die Vorhersage von 345 Minuten stimmte, dann hat der Algorithmus jedes Foto für nur knapp eine Sekunde gesehen – also gar nicht mal so schlecht.

Muss man viel nacharbeiten, oder taugt der Apple Algorithmus wirklich was?

Zum Anfang muss ich wohl erst mal zugeben, dass ich einfach keinen Vergleichswert habe, an denen ich sagen kann, ob das jetzt alles gut läuft, oder nicht – aber ich kann Euch meinen ersten Eindruck vermitteln und der ist überaus gut.

Die Gesichtserkennung, also die reine Analyse, in dem Fotos ist ein Bild – scheint hervorragend zu klappen. Genauso, wie das “reinzoomen” aufs Bild. Das klappt sogar so gut, dass Gesichter erkannt werden, die auf einem Foto im Bild zu sehen sind.

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Was Du hier siehst ist ein Foto von mir, dass meine Frau mit einem Magneten an den Sicherungskasten gehängt hat. iPhoto hat richtig erkannt, dass hier ein Gesicht zu sehen ist und noch viel überraschender, richtig vorgeschlagen, dass es sich um ein Bild von mir handelt. Jetzt könnte man nun argumentieren, dass der Algorithmus feststellen können müsste, dass das Gesicht viel kleiner als alle anderen Gegenstände im Bild sind, aber das ist wohl ein wenig viel verlangt – ich finde das ganz charmant und es zeigt, wie gut der Algorithmus aufgebaut ist.

Selbstverständlich gibt es auch False Positives, also erkannte Gesichter, die gar keine sind. So wird schon mal in einem Baumstamm ein Gesicht vermutet, oder eine Statue erkannt. Bei der Statue möchte ich jedoch ganz und gar nicht von einem False Positive sprechen, denn es ist ja ein Gesicht zu sehen – auch so eine Statue hat zwei Augen, eine Nase und einen Mund ;)

Die Erkenntnis, dass sich in einem Bild Gesichter befinden dauert also ca. 1 Sekunde pro Bild und funktioniert sehr gut. Aber nur die Erkenntnis, dass da ein Gesicht ist, bringt nicht viel. Aus diesem Grund versucht iPhoto 09 den Gesichtern einen Namen zuzuordnen, es muss also das Gesicht im Bild erkennen. Klappt das gut?

Zuerst sollte man ein gutes Foto suchen, auf dem die “Zielperson” gut zu sehen ist und dann auf die Schaltfläche Name klicken. Die Gesichtserkennung gibt einem das Gesicht vor und lässt Dich dann den Namen eintippen. Wenn Du schon Namen vorgegeben hast, wird der Name dann nach wenigen Buchstaben auch schon vorgeschlagen. Jetzt könntest Du eigentlich schon auf Faces / Gesichter klicken. Der Bildschirm wird geteilt. Oben stehen alle bestätigen Bilder der Zielperson, und unten die Vorschläge.

Die Vorschläge muss man nun bestätigen und das geht eigentlich ganz einfach. Ein Klick, das Bild bekommt einen grünen Balken, da ist Jochen Mustermann drinnen. Doppelklick, das Bild bekommt einen roten Balken, da ist Jochen Mustermann nicht drinnen. Ganz einfach. Man sollte jedoch nicht der Versuchen erlegen, jetzt gleich beim erste Mal die ganze lange Liste durchzugehen. Fang einfach mal mit einigen weiteren Bestätigungen an, vielleicht zwei drei Zeilen, klicke dann auf Fertig und lass den Algorithmus die Vorschläge überarbeiten – da fällt dann sofort viel Blödsinn raus.

Die Bedienbarkeit dieser Funktion ist kinderleicht und meine Frau hat sich einen Spaß gemacht, vom Sofa aus zu kommentieren, wenn ich vor lauter “Automatismus” mal falsch geklickt habe.

Ich verwende ja schon seit geraumer Zeit Keyword Manager von Bullstorm (der im Moment leider außer Gefecht gesetzt ist) und hatte aus diesem Grund zu mindestens die neuen Bilder ganz gut unter Kontrolle, aber innerhalb einer halben Stunden, habe ich Bilder und somit Erinnerungen in meiner Fotobibliothek wiedergefunden, die sonst in der Masse einfach verloren gewesen wären. Und ich glaube, dass zeigt erst einmal so richtig, wie wertvoll die Gesichter / Faces Funktion wirklich ist.

Sicherlich geht hier nicht alles automatisch, aber es geht verdammt gut und es macht genau das möglich, was Max & Eva Jedermann sich wünschen – eine schnelle, schmerzlose Organisation der Bilder und was liegt da näher als Events, Faces & Places, oder wie Apple es so schön beschreibt:

Sortieren Sie nach wer, wo und wann.

Digitale Fotos lassen sich so einfach aufnehmen, dass Ihr Fotoarchiv schnell auf tausende Bilder anwachsen wird. Mit iPhoto haben Sie zahlreiche Möglichkeiten, Ihre Fotos zu sortieren: nach den Personen auf Ihren Bildern, nach dem Ort, an dem die Bilder aufgenommen wurden und nach dem Datum.

Aber WIE gut funktioniert das?

Ich bin bei weitem mit meiner Familie noch nicht durch, aber aus meiner großen Bilderbibliothek, habe ich dennoch einige Erfahrungen machen können. Bilder von alten Menschen, z.B. meinen Großeltern (sorry Oma & Opa, ich weiß ihr seit nicht alt) wurden so zum Beispiel viel schlechter erkannt, als die von relativ jungen Menschen. Bei der Erkennung von Bildern meines Opas  war dann so viel Quatsch dabei, dass ich mehr “nein”, als “ja” klicken musste. Bei meiner Oma ging es dann schon wieder etwas besser, aber auch hier gab es viele False Positives. Bilder meines Bruders wurden nur selten falsch zugeordnet, wobei Bilder mit und ohne Brille meiner Schwägerin für iPhoto nicht die selbe Person darstellten. Dem war jedoch schnell abgeholfen und dann lief auch da die Erkennung sehr gut.

Aus meinem Bauchgefühl her, lag die Erkennung der Personen im Bild bei über 75% richtig und das “Lernen” macht eigentlich viel Spaß. Natürlich ist es am Anfang ein wenig Mühe, aber ich kann mir gut vorstellen, dass bei zukünftigen Bilder-Importen der Arbeitsablauf so sein wird:

  1. Importieren
  2. Gesichter Zuordnen
  3. Orte eingeben

Und das tut dann auch gar nicht mehr weh – weil es einfach Teil des Arbeitsablaufs sein wird. Gespannt bin ich, ob Bullstorm den Keyword Manager für iPhoto 09 anpassen kann, denn die eingebaute Verschlagwortung von iPhoto 09 ist absolut unbrauchbar, zu mindestens, wenn man schon mal den Keyword Manager verwendet hat. Ganz ehrlich, dafür bezahl ich gerne ein Upgrade.

Morgen schaue ich mir Orte / Places einmal näher an und auch die Flickr Integration möchte ich beleuchten.

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