iPad – der perfekte Computer für …
Leider war es mr gestern nicht möglich die Keynote live mitzuverfolgen und auch Twitter und Google Reader habe ich in den letzten 36 Stunden nicht wirklich angeschaut. Da ich heute Nachmittag ein wenig Zeit hatte, schaute ich mir die Apple Keynote zum neuen iPad an.
Was ich da gesehen habe konnte mich nicht gleich begeistern, was da auf den ersten Blick vorgestellt wurde ist ein überdimensionierter iPod, und mein iPhone taugt als iPod doch wirklich sehr gut. Und trotzdem stellte sich langsam die Begeisterung ein und der Gedanke, dass das iPad für viele Nutzer tatsächlich die perfekte Alternative zwischen iPhone und MacBook sein könnte.
Ich gebe es zu, ich denke an meine Frau. Meine schöne Ehefrau nutzt unseren iMac gerne, aber hauptsächlich schaut sie ins Internet, nach Ihren eMails und ganz selten schreibt Sie mal einen Brief oder macht eine kleine Tabelle. Ihre Ansprüche an einen Computer sind also nicht super groß und das iPad scheint das Potential zu haben genau das richtige Gerät für sie zu sein.
Aber fangen wir vielleicht einfach mal ganz vorne an. Im Ende ist das iPad nichts anderes als ein großer iPod touch und das haben die Entwickler bei Apple mit Absicht so gemacht. Das Ding sieht nach iPod aus, auch der Name hört sich nach iPod an und er kann alles, was ein iPod auch kann, nur halt eventuell ein wenig besser.
Der Homescreen wirkt zwar auf den Fotos aufgeräumt, aber irgendwie scheint er auch jede Menge Platz zu verschwenden. Die Idee, dass das iPad Apps aus dem App Store laufen lassen kann, ist genial, auch das man Apps einfach “aufblasen” kann, damit sie besser nutzbar sind. Für Entwickler kommt jetzt natürlich die große Frage, in wie weit entwickelt man für beide Plattformen, oder eben nicht.
Um ehrlich zu sein, ich hatte mir das ausführen von Apps auf einem Tablet Computer immer wie ein Dashboard Widget vorgestellt. Ein kleines Fenster, in der Größe eines iPods öffnet sich, eben mit der App. Apple hat es ein wenig anders gelöst, aber ich denke, das ist völlig ok.
Safari
Der Browser macht eine gute Figur, nur leider kann er immer noch keinen Flash. So richtig vermissen kann ich es nicht, aber es ist halt schon schade, denn so können bestimmte Funktionen auf dem iPad schlicht genutzt werden. Dieser Blog nutzt z.B. Flash um Euch die Möglichkeit zu geben, Podcast Episoden direkt anzuhören und im Backend versteckt sich auch Flash, z.B. zum Hochladen von Bildern. Auf meinem iPhone vermisse ich Flash nicht, aber auf einem iPad könnte mir Flash tatsächlich richtig abgehen, denn mit Flash lassen sich halt doch ein paar sehr schöne Dinge machen.
Vielleicht sollte Apple sich die Sache mit Flash also noch mal überlegen
Mail, Kalender und Kontakte
Diese drei wichtigen Applikationen wurden wunderbar umgesetzt. Bei Mail gefällt mir im Demo sehr, dass durch drehen des iPad einfach das UI ausblenden kann, um sich auf eine Nachricht zu konzentrieren. Ich stelle mir das sehr intuitiv vor.
Bei den Kontakten gefällt mir, dass man sich bei Apple an einem Adressbuch aus Papier orientiert hat. Die App wird dadurch super einfach zu nutzen, mir gefällt das Alphabet auf der linken Seite, die Anzeige der Namen und die Vollanzeige der Kontakte. Das sieht wirklich sehr schön aus.
Beim Kalender, auch hier hat man sehr schöne Übersichten angelegt.
iBooks
5 große Verlage haben sich auf das iBooks Abenteuer eingelassen, aber leider nur in den USA und da bricht es mir fast das Herz. Wenn das Device 10 Stunden ohne Aufladen durchhält, dann würde es mir als eBook Reader taugen, die gezeigten Ansichten sehen sehr schön aus. Bei der Bibliothek musste ich mir das Schmunzeln richtig verkneifen, denn das sieht fast wie Delicious Library aus.
Ob das iPad jedoch der eBook Reader schlechthin wird, das hängt von der Zusatzfunktionalität der Reader-Software ab, besonders wenn man Lehrbücher auf dem Gerät kaufen kann. Vor vielen Jahren unterhielt ich mich mit einem Professor über ein akademisches Informationsprodukt, welches PDF Dateien nur zur Ansicht, nicht jedoch zum Ausdruck bereitgestellt hat. Der Professor sagte in knappen Worten, etwas was auch für mich Wahrheit ist, wenn ich mich mit Fachaufsätzen und anderen tief-gehenden Texten befasse: “Ich lese mit dem Bleistift”. Und ich wusste sofort was er meinte – wer sich eingehend mit einem Text befasst, will den Text mit Anmerkungen versehen und das muss iBooks sehr gut können.
Wenn iBooks hier jedoch scheint, könnte Apple endlich einen echten eBook Reader für den akademischen Markt geschaffen haben, aber ich befürchte fast, dass wir hier eine Reader App haben, die gut kann, was sie können soll – nämlich Inhalte darstellen, aber nicht unbedingt als Werkzeug für Wissenschaftler, Studenten und Co erschaffen wurde.
iWork
Besonders toll finde ich, dass man iWork nicht als volles Paket kaufen muss, sondern die einzelnen Komponenten einzeln angeboten werden sollen. Toll finde ich das, weil es einige Leute gibt, die sicher keinen Bedarf an Keynote haben und bei dem angekündigten Preis von US$ 9.99 kann man sich wohl nicht beklagen.
Ob iWork jedoch genial ist, hängt unter anderem von so einfachen Sachen ab, wie, ob man direkt von dem Device aus auch einen Drucker ansteuern kann, um das Erstellte auszudrucken. Gerne darf das Dokument auch den Umweg über den eigenen Mac nehmen, aber am coolsten wäre es, wenn das Gerät direkt WiFi Drucker ansprechen könnte. Für mich ist das ganz wichtig, denn viele Dinge will und muss man immer noch ausdrucken und was nützt mir das schönste Dokument, wenn ich es mir per eMail an meinen Rechner schicken muss, um dort iWork aufzumachen, um das Dokument dann auszudrucken.
Wir kennen die Antwort auf diese Frage einfach nicht und deswegen möchte ich hier auch gar nicht weiter spekulieren, aber das wird sicher ein wichtiger Punkt sein.
WiFi oder 3G
Das iPad kostet US$ 499 mit Wifi und wer noch mal ein bisserl Geld drauflegt, bekommt auch ein 3G Modul. Apple hat hier was vernünftiges gemacht, denn es wurden akzeptable Datentarife gesucht. In den USA bei AT&T US$ 14,99 für 250MB Daten, und US$ 29,99 für unlimitierte Daten. Wie viele Kunden sich jedoch freuen, dass auch das iPad auch nur bei AT&T läuft, weiss ich nicht.
In den USA und England sind jedoch kleine 3G WiFi Router im Moment ganz beliebt, am bekanntesten ist da wohl der Name MiFi, was sich scheinbar schon für eine ganze Klasse Geräte durchgesetzt zu haben scheint. Diese Geräte nehmen ein 3G Signal auf und machen daraus ein WiFi Signal für die Westentasche und solche Devices könnten für einige Nutzer sehr interessant sein. Klar es ist noch ein weiteres Gerät, das man mit sich rumschleppen soll, aber wer nicht zu AT&T will, hat damit eine echte Alternative.
Anyhow, ich würde mir wohl nur eine WiFi Version kaufen, wenn ich mir überhaupt ein iPad kaufen würde und dann so eine MiFi Lösung suchen, denn die könnte ich auch meinem Arbeits-Laptop zu gute kommen lassen. Obwohl so ein iPad mit iWork könnte meinen Arbeitslaptop vollständig ersetzen
Tastatur
Das iPad kommt mit einer Bildschirmtastatur, einer großen, die angeblich annähernd so groß ist, wie ne richtige Tastatur und einer kleinen, wenn das iPad vertikal steht. Schön zeigt Apple bei Numbers für das iPad, dass Applikationen eigene Tastaturen haben können, die für die Applikation Sinn macht.
Wer will kann sich jedoch auch eine Zusatztastatur kaufen. Aber ganz ehrlich, so langsam frag ich mich, was Apple gegen Bluetooth Tastaturen hat. Das iPhone kann nicht und scheinbar kann auch das iPad nicht, denn das von Apple vorgeschlagene Tastaturmodell kommt mit einem Dock-Connector. Vorteil, das iPad steht schön zum Tippen, Nachteil, wer will so ein Ding in seinen Koffer stecken? Aber vielleicht kann das iPad ja mit Bluetooth Tastaturen und Apple wollte nur sein Tastatur-Dock besonders hervorheben.
Speicher & Geld
Das iPad wird mit 16, 32 oder 64GB Speicher daherkommen. Der Preis dafür US$ 499, US$ 599 und US$ 699. Wer 3G will, legt einfach noch mal US$ 130 nach. Man muss keinen Mobilfunkvertrag mit dem Gerät kaufen, was sicherlich den Preis dann auch rechtfertigen kann.
Das größte Manko?
Es wird sich erst noch zeigen, ob das iPad wirklich in die Lücke zwischen Smartphone und Computer passt. Auf den ersten Blick scheint es der perfekte Computer für meine Frau, die dann ganz bequem am Küchentisch oder auf dem Sofa mal bei WKW nachschauen kann, was es in Ihrer Krabbelgruppe so neues gibt und welche eMails gekommen sind und ich glaube rein theoretisch wird das für viele Nutzer so sein, wenn dann allerdings so nützliche Dinge, wie Drucker Support, oder einfach nur Flash, fehlt, dann erscheint ein Netbook fast schon wieder attraktiv, besonders, weil es auch günstiger sein kann.
Auf meinen Flügen diese Woche habe ich viele Nutzer recht glücklich auf ihren Windows XP Netbooks rumtippen sehen und wer einen echten Laptop ausgepackt hat, der war eher unglücklich, weil der Sitzabstand ein vernünftiges Arbeiten gar nicht erst erlaubt hat. Kann das iPad auch hier das Netzbook verdränken? Ich glaube es nicht…
Aber bei Privatanwendern? Ich könnte mir das Gerät gut vorstellen, aber jetzt haben wir erst mal 60 Tage Zeit und die Gerüchteküche wird dann sicherlich konkreter und interessanter und die Entwickler haben Zeit ein wenig Magie für das iPad vorzubereiten.
Fazit
Im großen und ganzen hatte ich mich für das iPad gar nicht interessiert, aber je mehr ich drüber nachdenke, sehe ich das Potential eines Tablet-Computers. Der Preis scheint auch gut gewählt, denn US$ 499 wären lediglich € 359 und nach Mehrwertsteuer wären wir bei knapp € 430 – ein ganz netter Preispunkt. Und da Weihnachten erst im Dezember ist, hab ich jede Menge Zeit mir das anzusehen
Was denkt Ihr übrigens? Hinterlasst mir bitte einen Kommentar!
| Print article | This entry was posted by Claus on 2010/01/28 at 18:11, and is filed under Apple. Follow any responses to this post through RSS 2.0. You can leave a response or trackback from your own site. |


about 6 months ago
Hallo,
bin noch “neu” in der Apple-Welt (abgesehen vom iPod), aber ähnlich begeistert wie du auch – zudem ich als Programmierer jeden Tag mit Unzulänglichkeiten der Microsoftbetriebssysteme kämpfen muss und mich auf meinem Mac so richtig als unbedarfter User “austoben” kann. [Der Mac war eine Folgeanschaffung einer HD-Cam - Schneiden unter Windows nur mit entsprechend (über)dimensionierter Hardware möglich
]
Doch nun zum iPad: du sprichst mir aus der Seele. Die meisten Dinge, die meine Frau macht, sind Surfen und Mailen. Aufgrund seines Designs und der versprochenen, langen Akkulaufzeit ist das iPad auf jeden Fall ansprechender als ein Netbook, auf dem man sich ohnehin nur die Finger bricht (spreche da aus Erfahrung).
Allerdings enttäuscht mich hier die fehlende Flash- und WMV-Unterstützung, die auf nicht gerade wenigen Internetseiten zum Einsatz kommt und somit wahrscheinlich der Show-Stopper sein wird.
Ohne das kein iPad – zumindest für uns nicht – trotz aller Begeisterung…
about 6 months ago
Vielen Dank für diesen guten Kommentar!
Ich stimme Dir im Großen und Ganzen zu, jedoch können wir privat auf WMV verzichten. ABER viele Dinge, die meine Frau gerne tut, brauchen Flash. Sei es Grußkarten zu versenden, oder mal ein Flash-Spiel zu spielen. Klar gibt es dafür irgendwo ne App und klar ist das dann auch “besser”, aber es geht oft gar nicht um besser, sondern darum, dass man etwas können will und das muss auch Apple verstehen.
Ein iPhone ohne Flash, das ist nicht schlimm. Ein iPad ohne Flash, da könnten viele Nutzer schnell frustriert sein, auch wenn ich selbst in Safari eh Flash blocke, im Konto meiner Frau ist es entblockt
Aber ich glaube uns kommt trotzdem ein iPad heim, zu mindestens wenn es mich im Laden richtig anspricht
Danke für den Kommentar!