Für die Literaturverwaltung mit dem Mac stehen ganz unterschiedliche Tools zu Verfügung. Da wäre der Platzhirsch EndNote, aber auch Zotero,MendeleyPapers und Bookends können gute Dienste leisten. Heute möchte ich Euch zwei Tools vorstellen, die beide „kostenlos“ verfügbar sind.

Dieser Artikel wird aus insgesamt 6 Teilen bestehen, denn die Materie ist eher komplex.

Zotero ist ein Open Source Projekt, welches vom Roy Rosenzweig Center for History and New Media in Fairfax, Virginia betreut wird. Finanziert wird das Projekt durch großzügige Drittmittel von der Andrew W. Mellon Foundation, dem Institute of Museum and Library Services, und der Alfred P. Sloan Foundation. Somit ist die App zwar kostenlos, aber im Ende musst Du als Endanwender darauf hoffen, dass diese Geldgeber nicht das Interesse verlieren.

Zotero ist hauptsächlich als Firefox Add-On verfügbar, obwohl im Moment bereits eine Beta-Version verfügbar ist, die Zotero auch mit Safari und Google Chrome verknüpft und somit eine gewissen Unabhängigkeit von Firefox ermöglicht. Ich selbst habe mir zwar die Zotero 3.0 Betaversion angesehen, aber mit Firefox gearbeitet. Zotero findest Du unter www.zotero.org

Mendeley ist ein kostenloses Produkt von Mendeley Ltd. Die Software baut in gewissen Teilen auf Zotero und vielen anderen Open Source Projekten auf, bietet aber viel eigenständige Entwicklungsarbeit und ist aus diesem Grund in großen Zügen ein „Closed Source Projekt“. Mendeley selbst sieht seine stärken mehr als PDF-Verwaltung und in der sozialen Kollaboration mit anderen Wissenschaftlern, bei der viele Konzepte des sozialen Netzes aufgegriffen werden.

Als kleiner Fun-Fact – die englische Firma wurde von zwei Absolventen der Bauhaus Universität in Weimar gegründet und zählt viele VC Investoren zu seinen Geldgeber, die auch Skype, LastFM & Co groß gemacht haben. Mendeley ist also das Produkt einer kommerziellen Firma, nur lässt sich im Moment noch kein klares Konzept erkennen, wie Mendeley die eigenen Investitionen wieder hereinholen will.

Somit ist Mendeley kostenlos, aber Du musst darauf hoffen, dass Mendeley nicht irgendwann die Kostenschraube ansetzt, denn die Büros in London & New York wollen bezahlt werden und auch die durchaus talentierten Programmierer leben nicht von Luft allein. Mendeley findest Du unter www.mendeley.com

Welche Aufgaben erfüllt eine Literaturverwaltung

Grundsätzlich möchte man mit einer Literaturverwaltung alle Literatur sammeln, verwalten & organisieren, die man für die eigene wissenschaftliche Arbeit verwenden möchte. Sei es eine Seminararbeit, die Doktorarbeit oder die nächste Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift, die einem selbst dem Nobelpreis näher bringen soll ;) Dabei ist ganz wichtig, dass eine Literaturverwaltung gut mit den genutzten Quellen, wie Fachdatenbanken, zusammenarbeitet und einem Platz für eigene Anmerkungen bietet.

Die wohl zweitwichtigste Funktion einer Literaturverwaltung ist die Erstellung von textinternen Zitaten, Fußnoten und der eigentlichen Bibliografie (Literaturverzeichnis). Da sich die Wissenschaft sich einfach nicht einigen kann, wie man denn nun „richtig“ zitiert, sollte so eine Literaturverwaltung möglichst viele unterschiedliche Stile kennen.

In dieser Review werde ich daher ganz gezielt an die vier Hauptfunktionen einer Literaturverwaltung abklopfen und mich am Ende an einem Fazit versuchen.

  1. Einführung
  2. Literatur sammeln
  3. Literatur verwalten
  4. Ein Literaturverzeichnis erstellen
  5. Mehr als nur Literatur verwalten
  6. Fazit

Claus Wolf

Seit 1994 im Netz unterwegs und seit 2004 eingefleischter Mac-Nutzer.

13 Kommentare

Joeran · 17. Oktober 2013 um 12:05

Hallo,

ich bin einer der Gründer von Docear, einer neuen Software zum Verwalten, Erstellen, und Entdecken von akademischer Literatur. Heute haben wir Docear 1.0 veröffentlicht, nach einer ca. 2 Jahre dauernden Betaphase. Wer interessiert an Referenzmanagement hat, für den könnte Docear sehr hilfreich sein. Die drei wichtigsten Features von Docear sind:

1. Eine „Single-Section“ Benutzeroberfläche, die sich grundsätzlich von den bekannten Oberflächen z.B. bei Mendeley, Zotero, Endnote, etc. unterscheidet. Diese Oberfläche erlaubt es, Dokumente und Notizen (d.h. PDFs, Kommentare, Lesezeichen, oder hervorgehobenen Text) sehr übersichtlich zu verwalten – unserer Meinung nach deutlich übersichtlicher als bei anderen Programmen.

2. Ein „Literature Suite“ Konzept, das es ermöglicht, direkt aus der Software heraus seine eigenen Paper, Bücher, Seminararbeiten, etc. zu entwerfen. Das Besondere ist, dass man dabei direkt auf seine PDFs und Notizen zugreifen kann.

3. Ein Empfehlungsdienst für wissenschaftliche Paper. Die empfohlenen Paper sind auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten, und kostenlos im Volltext downloadbar.

Zu guter letzt: Docear ist kostenlos, Open Source, und für Windows, Mac und Linux erhältlich. Mehr Infos gibt’s in unserem Blog, inklusive Erklärungen warum Docear soviel besser ist als Endnote & Co (zumindest unserer Meinung nach :-) http://www.docear.org/2013/10/17/docear-1-0-stable-a-new-video-new-manual-new-homepage-new-details-page/ . Wer nicht gerne liest, kann sich auch ein 6 Minuten langes Video auf unserer Homepage anschauen http://docear.org .

Und auch wenn ihr nicht Docear nutzen wollt, ist vielleicht noch folgender Blogbeitrag interessant. Wir diskutieren dort was einen schlechten Referenzmanager ausmacht. Vielleicht hilft das dem ein oder anderen den für sich idealen Referenzmanager zu finden http://www.docear.org/2013/10/14/what-makes-a-really-really-bad-reference-manager/

Insbesondere diejenigen die einen BibTeX basierten Referenzmanager nutzen, wie z.B. JabRef, möchte ich noch gerne auf unser Tool Docear4Word hinweisen. Das ist ein Add-On für MS-Word mit dem man in Word seine BibTeX basierten Referenzen einfügen und formatieren kann. Das heißt, ihr spezifiziert in Word, dass ihr Eintrag X aus JabRef zitieren möchtet, und Docear4Word fügt dann die Referenz und Bibliographie automatisch ein und formatiert sie. http://www.docear.org/software/add-ons/docear4word/overview/

Viele Grüße
Joeran

    Claus Wolf · 17. Oktober 2013 um 21:11

    Eigentlich mag ich solch dreiste Werbung nicht, aber vielleicht ist es ja doch relevant. Trotzdem das nächste mal lieber ne eMail an mich…

      Joeran · 17. Oktober 2013 um 21:23

      sorry, wenn mein kommentar unangebracht war. das nächste mal gibt’s eine Email :-)

Dimitri · 1. Oktober 2015 um 13:16

Ich würde die Liste noch um Refeus ergänzen

M. · 11. Mai 2022 um 15:33

Hallo Claus! Ich studiere Geisteswissenschaften im (fortgeschrittenen) Bachelor und würde gerne anfangen mit einem Literaturverwaltungsprogramm zu arbeiten (bin Mac Nutzerin). Was würdest du denn nun von all den Programmen am meisten empfehlen? LG

    Claus Wolf · 11. Mai 2022 um 22:16

    Seitdem ich den Beitrag geschrieben habe, ist ja schon einige Zeit vergangen. Ich denke, dass man mit Zotero nicht viel falsch machen kann, da es eine gute Community gibt, die für Unterstützung sorgt. Viel Erfolg beim Studium!

Julia · 30. Mai 2022 um 14:20

Hallo Claus,
vielen Dank für deine hilfreichen Beiträge :)
Ich muss (darf :)) demnächst meine erste Seminararbeit anfertigen und bin absoluter Apple-Fan. Ich würde meine Arbeit allerdings gerne mit Pages schreiben. Hast du hierbei Erfahrungen? Welches Literaturverwaltungsprogramm würdest du empfehlen? Bisher habe ich nur bei EndNote ein AddIn für Pages gefunden… hast du da vielleicht genauere Informationen?

Vielen Dank schon mal für deine Hilfe :)
Viele Grüße
Julia

    Claus Wolf · 30. Mai 2022 um 17:38

    Leider habe ich da keine Erfahrungen, der Bericht ist ja nun auch schon richtig „alt“ (11 Jahre) und seitdem habe ich mich hauptsächlich mit Zotero befasst und da gibt es leider kein Pages Plugin. Man kann jedoch mit RTF Scan ein wenig helfen, aber so richtig toll ist das in dem Beispiel leider auch nicht. Viel Erfolg bei der ersten Seminararbeit!

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