Literaturverwaltung mit dem Mac: Zotero & Mendeley: Teil 6: Das Ergebnis

Wer jetzt von mir eine eindeutige Empfehlung für oder gegen eines der beiden Produkte erwartet, wird leider enttäuscht werden. Sowohl Zotero, als auch Mendeley, haben viele Alleinstellungsmerkmale, die das Produkt zur richtigen Wahl machen. Dabei gehe ich von einem Einzelnutzer aus, der keine institutionellen Vorgaben hat und Wert darauf legt mit seinem Mac zu arbeiten und möglichst kein Geld auszugeben.

Zotero besticht durch sehr gute Datenübernahme, gute Organisation und Bibliografieerstellung, schneidet bei seinen Web-Aktivitäten jedoch leider nur mittelmäßig ab.

Mendeley bietet gute Datenübernahme, könnte hier jedoch durchaus von Zotero lernen, bietet gute Organisation und Bibliografieerstellung. Mendeley besticht jedoch mit seinen vielfältigen Web 2.0 Initiativen, die dem Nutzer einfach mehr bieten als ein wenig Speicherplatz in der Wolke.

Und nun kommt es darauf an, was für ein Nutzer Du bist:

Bist Du Student und willst Deine Master-Abschlussarbeit schreiben, dann empfehle ich Dir Zotero, denn hier findest Du guten Support in den Foren und das Tool wird bereits jetzt von vielen Universitätsbibliotheken zu mindestens unter der Hand unterstützt.

Bist Du Doktorand oder Post-Doc, dann würde ich Dir zu Mendeley raten, denn in dieser Zeit wächst die Anzahl der PDF Dateien, die es zu verwalten gibt, ins unermessliche und die soziale Komponente, wenn auch noch unausgereift, könnten sich als nützlich erweisen.

Aber…

Eine ganz wichtige Überlegung habe ich hier noch gar nicht erwähnt. Wenn an Deinem Lehrstuhl oder Deiner Arbeitsgruppe bereits mehrere Nutzer eine andere Lösung gewählt haben, dann sollte das auch Deine Wahl sein, denn in der Arbeitsgruppe oder am Lehrstuhl unterstützt Ihr Euch sicher besser, als das der beste Support eines Anbieters könnte.

Sofern die Universitätsbibliothek bereits eine Campus-Lizenz für ein anderes Produkt hat, solltest Du auch hier nachfragen und diese Nutzen, denn dann bietet oftmals die Bibliothek gute und ausführliche Unterstützung.

Und…

Wenn Du nichts dagegen hast ein wenig Geld für Deine Literaturverwaltung auszugeben, so solltest Du Dir auch unbedingt die kommerziellen Angebote anschauen. Hier wären unter anderem folgende zu erwähnen, wobei ich zu mindestens EndNote uneingeschränkt empfehlen kann und RefWorks aus eigener Erfahrung als sehr gut nutzbar, wenn auch momentan nicht ganz Mac-Freundlich, einstufen würde.

RefWorks ist eine rein web-basierte Literatuverwaltung, die sich in den wichtigsten Funktionen mit jeder Desktop-Lösung messen kann. Lediglich beim Word-Plugin schauen Mac Nutzer im Moment noch ein wenig in die Röhre, denn das funktioniert seit Mac OS X 10.7 nicht mehr. Dieser Fehler soll jedoch bis Jahresende behoben sein.
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Für Nutzer mit einer Windows-Partition oder Paralells / VMWare Fusion würde ich die Liste noch um einen weiteren Eintrag ergänzen wollen. Hierbei handelt es sich um eine Lösung, die an einer sehr großen Zahl deutscher Universitäten als Campuslizenz zur Verfügung steht, aber leider nur unter Windows läuft. Die Arbeit an der lang versprochenen Mac-Version wurde vor kurzem leider eingestellt, das Produkt ist zu mindestens für Studenten im Grund- und Hauptstudium empfehlenswert.

Claus Wolf

Seit 1994 im Netz unterwegs und seit 2004 eingefleischter Mac-Nutzer. 21.5" iMac - 2.9GHz Intel Core i5, 16GB RAM, 1TB Fusion Drive HDD / 128GB iPhone 7 / 128GB iPad 9,7" (2017) / 15" MacBook Pro (Mitte 2014) in der Firma...

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