Nexvio 8mm HD

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Fast könnte man meinen die Hauptaufgabe von Kamera-Apps fürs iPhone ist es, Fotos möglichst alt aussehen zu lassen. Die unzähligen Filter in Instagram können beim besten Willen keinen anderen Mehrwert bieten und auch Camera+ wartet mit dieser Funktion auf und das sind bei weitem nicht die einzigen „Übeltäter“. Auch wenn ich hier von Übeltätern sprechen, so überzeugen die so erzeugten Bilder mit einem ganz eigenem Charme, den perfekte digitale Qualität halt einfach nicht bieten kann. Man könnte sagen, wir streben nach dem Unvollkommenen.

Mit 8mm HD bring Nexvio, die sich bereits durch Ihren Reel Director einen  guten Namen machen konnten, nun eine Video-App heraus, deren Hauptaufgabe es ist, Video möglichst alt aussehen zu lassen. Was sich auf den ersten Blick, wie eine Schnapsidee anhört, ist auf den zweiten Blick mindestens genauso Eindrucksvoll, denn die Ergebnisse können durchaus überzeugen.

Die Nutzeroberfläche der App ist einfach gehalten. Man kann seine Aufnahmen einsehen, zwischen Rück- und Frontkamera wechseln, einige Soundeffekte (z.B. Projektorgeräusch) und verschiedenen Filmarten und Linsen wählen.

Durch die Kombination aus Film und Linse kann man die interessantesten Effekte erzielen. Als Film gibt es so Noir, XPro, Sakura, 70s, 1920, Siena und 60s, wobei mir die 70er Jahre sehr zusagen, aber auch der 60er-Jahre-Film kann mit seinen übersteuerten Farben durchaus überzeugen. Neben der farblichen Veränderung, verändert die Film auch die Imperfektionen in der Projektion und erstellt so in der Kombination der Unvollkommenheiten ein „perfektes“ Ergebnis.

Bei den Linsen hat man mehrere Auswahlmöglichkeiten, ohne Namen, bei denen wiederrum die Projektion beeinflusst wird. Einige der Linsen fügen Farbveränderungen am Rand hinzu, oder einfach nur einen Rahmen. Da gibt es ein interessantes Orange, aber auch eine deutliche Vignettenbildung mit Unschärfe und vieles mehr. Die Entwickler haben hier viel Liebe zum Detail bewiesen.

Um die Illusion einer Projektion aufrecht zu erhalten, kann man einen Bildsprung mit der Schaltfläche unten rechts einfügen und so kommt man dann zu sehr anschaulichen Ergebnissen. Wer will kann so auch bereits vorhandene Videos „nachbearbeiten“, wobei in meinem Test das Projektorgeräusch einfach nicht nachträglich zum Video kommen wollte. Schön war jedoch, dass die Filme meiner „Point & Shoot“ Digitalkamera von Canon, die in iMovie einfach nicht genutzt werden können, hier dennoch nachbearbeitet werden konnten.

Ein Upload zu YouTube, oder das Sichern in der Kamera-Rolle runden das ansonsten schon sehr gute Bild ab. Wer an solchen Spielereien Spaß hat, wird hier auch „glücklich“.

Beim Kauf solltet Ihr übrigens darauf achten, ob Ihr mit iPhone oder iPad tätig werden wollt, denn leider ist es keine Universal App. Die iPhone App kostet €1,59, die iPad App kostet €2,39. Mir war es das Geld auf jeden Fall wert!

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Hier ein kurzer Beispielfilm, den ich eben aufgenommen habe:

Und hier ein um Meilen besseres Beispiel von DaleATL2, einem YouTube-Nutzer, der die von 8mm HD entstellten Filmszenen dann in Final Cut Pro zu einem neuen Projekt zusammengefasst und dort mit einigen passenden Titeln versehen hat. Die Filme von DaleATL2 kann ich generell empfehlen, die sind nämlich immer wunderschön.

Und hier noch zwei Screenshots:

 

Claus Wolf

Seit 1994 im Netz unterwegs und seit 2004 eingefleischter Mac-Nutzer. 21.5" iMac - 2.9GHz Intel Core i5, 16GB RAM, 1TB Fusion Drive HDD / 128GB iPhone 7 / 128GB iPad 9,7" (2017) / 15" MacBook Pro (Mitte 2014) in der Firma...

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