Irgendwann, ganz am Anfang, stempelte ich das iPad als Gerät ab, auf dem man Medien nur konsumiert, aber nicht gestaltet. Die App-Vielfalt des iPad zeigt jedoch schnell, dass ich mit dieser Kategorisierung völlig falsch lag. Equinux zeigt nun einmal mehr und sehr beeindruckend, wie man mit einer App die Funktionen des großen Mac auf das „kleine“ iPad bringen kann.

Magic Mails ist ein feine App mit der man wunderschöne HTML eMails gestalten und versenden kann. Dabei setzt man im Hause Equinux auf die bereits vorhandenen Stationary Packs auf, die man auch am Mac nutzen kann.

[app 431212868]

Mit dem Kauf von Magic Mails stehen 3 kostenlose Vorlagen zur Verfügung und weitere Vorlagen können für €0,79 hinzugekauft werden (In-App-Purchase). Wer nicht einzelne Vorlagen kaufen möchte, sondern gleich ganze „Packs“ kann diese zwischen €3,99 und €19,99 als Bundle kaufen und dann gleich 7 – 168 Vorlagen auf einmal erstehen. Insgesamt gibt es €392 Vorlagen, mit dem nötigen Kleingeld, wird einem also nie langweilig werden. Das schöne, wenn Du bereits einen Stationary Pack Dein Eigen nennst, kannst Du diese mittels Deiner Equinux-ID auch auf dem iPad nutzen.

Wenn man die App zum ersten Mal öffnet wird man gebeten ein eMail-Konto anzulegen und dabei unterstützt Magic Mails so ziemlich alles, was man sich wünschen könnte. Neben Google Mail, Mobile Me, finden sich auch die in Deutschland überaus beliebten Anbieter Web.de und GMX.

Das erstellen einer „Magic Mail“ geht dann ganz einfach. Zu erst sucht man sich eine passende Vorlage aus, dabei kann man durch die vorhandenen Stationary Packs browsen, oder nach Stichworten aussuchen, eigene Vorlagen werden unter ‚Meine Vorlagen‘ gesondert angezeigt. Wählt man eine Vorlage aus, kann man diese in einer kleinen Voransicht durchschauen, die Varianten und natürlich den Preis einsehen.

 

Nach der Auswahl kann man entweder gleich ans Erstellen seiner Nachricht gehen, oder erst mal die verschiedenen Variationen eines Themas durchprobieren. Im obigen Screenshot sieht man an der roten Ecke, wie viele Varianten es gibt und in dem unten stehenden Screenshot, wie man durch diese durchblättern kann. Bei mir war das nicht wirklich flink, aber auch nicht schrecklich langsam. Ein Klick auf das 1|2|3-Symbol am oberen Bildschirmrand versteckt diese Varianten und hilft den beschränkten Bildschirminhalt besser zu nutzen.

Sofern eine Vorlage Fotoplatzhalter hat sind es meist schöne Platzhalter-Fotos, aber man will ja HTML eMails erstellen, um eigene Bilder einzubinden. Ein Tab genügt und schon kann man ein neues Foto „knipsen“ oder aus der Foto App auswählen. Besonders schön ist, wie einfach sich die Bilder skalieren und drehen lassen – ganz iPad-typisch mit intuitiven Gesten und mindestens genauso schön, durch intelligente On-Screen-Hilfen erklärt.

Wer will kann dann über die Effekte am unteren Bildschirmrand diese Bilder noch verändern, aber diese Effekte haben mich eher kalt gelassen – aber auch hier gibt es sicherlich gute Anwendungsfälle.

 

Die Textbereiche kann man dann durch einfaches antippen bearbeiten. Am oberen Bildschirmrand gibt es ein A-Symbol, welches es Dir ermöglicht die Schriftart, -größe, -ausrichtung, Fett, Kursiv oder Unterstreichung auszuwählen. Hier war die App nicht immer ganz so intuitiv, denn sie hat nicht immer gemacht, was ich mir gewünscht habe. Wichtig erscheint, dass man zu erst eine Schriftart auswählt und dann die anderen Attribute. Mit ein wenig Glück und Geduld kommen die dann alle durch. Sicherlich eine Limitierung von iOS 4.3.5, denn iOS 5 wird ja mit mehr Möglichkeiten zum „Rich-Text-Editing“ daher kommen.

Auch wenn die App mich in diesem Punkt ein wenig enttäuscht hat, alles andere klappte ja wirklich einwandfrei, möchte ich betonen, dass es eine Mini-Enttäuschung war, denn mit ein wenig ausprobieren, bekommt man tolle Ergebnisse, die den eigenen Wünschen entsprechen. Es könnte sich also durchaus, um einen Anwenderfehler handeln.

 

Beim Versenden der Nachricht zeigen die Entwickler wieder sehr viel liebe zum Detail, ein wenig verspielt und dennoch einfach nur wunderschön. Ein Briefumschlag wird angezeigt, mit Absender und Empfänger und sobald die Mail weg ist, kommt ein Equinux-Stempel drauf. Für die Briefmarke wird ein Fotos aus Deiner eMail versendet. Völlig nutzlos und dennoch einfach nur super. Wir Mac Nutzer freuen uns halt genau über diese Detailverliebtheit der Entwickler und Apple hätte das selbst nicht besser machen können.

Das Ergebnis kann sich dann natürlich sehen lassen – hier ein Screenshot aus Mail.app auf meinem Mac:

Fazit:
Magic Mails ist mit €2,39 und drei Gratis-Vorlagen nicht wirklich teuer, aber halt auch kein Schnäppchen und man wird sicherlich noch den einen oder anderen Euro in Vorlagen ausgeben. Aber das finde ich persönlich auch gar nicht schlimm, denn was man bekommt sind durchweg schöne Vorlagen. Die Funktionalität der App überzeugt, gerade was das Einsetzen von Fotos angeht. Das Text-Formatieren hat ein wenig enttäuscht, aber in meinen Tests bekam ich immer ein passendes Ergebnis.

Und wer braucht so was? Jeder der gerne sein Leben mit anderen teilt und nicht warten will, bis man wieder am heimischen Mac sitzt. So einfach ist das. Bei uns gab es ja am Wochenende Nachwuchs und ich kann Euch versichern, Bilder kommen immer gut an und obwohl die Mac-Mittel in iPhoto schon ganz schön sind, habe ich mit Magic Mails einfach noch das etwas Besondere hinzufügen können.

[app 431212868]

Full Disclosure:
Die App und Vorlagen habe ich selbst gekauft und bereue die Investition auf gar keinen Fall :)


Claus Wolf

Seit 1994 im Netz unterwegs und seit 2004 eingefleischter Mac-Nutzer.

1 Kommentar

Volpe1758 · 14. Februar 2012 um 23:22

Ich habe mal eine Frage:
Ein Emailkonto hinzufügen klingt eigentlich sehr einfach, aber ich kann machen was ich will,
es geht nicht weil immer wieder die Meldung kommt, das etwas mit der Einstellung nicht stimmen würde. Darf ich denn mein existierendes Emailkonto nicht verwenden?

Danke schon mal für die Antwort!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.