Privatsphäre in OS X 10.8

Wer darf was auf Deinem Mac? So ganz einfach zu durchschauen ist es ja oft nicht, welches Programm welche Zugriffsrechte hat. Von iOS kennen wir ja bereits einige Einstellungen, bei denen uns ganz deutlich gemacht wird, welche App z.B. auf Ortungsdienste zugreifen darf und welche es in den letzten 24h auch getan haben. In OS X 10.8 Mountain Lion hat nun auch die Systemeinstellungen > Sicherheit > Privatsphäre davon ein Stückchen abbekommen.

In den Einstellungen zur Privatsphäre sieht man nun also auf Anhieb, welche Apps Ortungsdienste verwenden darf, oder ob diese Systemweit überhaupt zur Verfügung stehen. Unter HTML5 ist es nämlich gar nicht mal so schwer Ortungsdienste als JavaScript in eine Webseite einzubinden. Auf einem stationären Rechner klappt das zwar nicht so toll, aber immerhin grob findet der Rechner schon heraus wo Du bist.

Aber egal: In OS X 10.8 sind Ortungsdienste per se deaktiviert und Du musst diese erst einmal aktivieren. Triffst Du auf eine Webseite, die gerne Ortungsdienste nutzen möchte, aber die Dienste sind deaktiviert, wirst Du noch nicht mal gefragt. Sind die Ortungsdienste aktiviert, wirst Du gefragt, ob Du es einmalig oder für diesen Tag für diese Webseite zulassen möchtest. Ein Blick in die White-List der zugelassenen Anwendungen verrät dann auch gleich, welche App in den 24h auf Ortungsdienste zugegriffen hat – der kleine Pfeil kommt Doch sicherlich auch Dir bekannt vor ;)

Übrigens: Damit Ortungsdienste  funktionieren muss WLAN aktiviert sein, denn Apple gleicht die WLANs in Deiner Umgebung mit ab. Wer jetzt glaubt auf dem flachen Land könne so was gar nicht gehen, der irrt. Ich lebe in auf dem flachen Land in einer Neubausiedlung und die Ortungsdienste in OS X 10.8 haben mich auf erschreckende genaue 10m richtig lokalisiert, auch wenn eine meiner eigenen Web -Apps eine Ungenauigkeit von 100m zurückgemeldet bekommt.

Neben den Ortungsdiensten erfährst Du auch welche Apps auf Dein Adressbuch Zugriff haben. Bei mir sind es z.B. Alfred (der gute Alfred sucht auch in den Adressen) und Pages (einige Vorlagen brauchen Deine eigene Adressdaten für die Vorlage). Mit einem Klick ist der Zugriff deaktiviert, aber ich finde es eine feine Idee. Leider ist der Nutzer, wie bei fast allen feinen Ideen, in der Verantwortung hier von Zeit zu Zeit mal nachzusehen, oder vielleicht besser, genau zu überlegen, welche App, welche Rechte bekommt.

Zu guter letzt fragt Apple, ob Du Diagnose & Nutzungsdaten zur Verfügung stellen willst und dieses Recht kannst Du jederzeit wieder entziehen. Ich finde das eine tolle Innovation, denn bisher fragt Dich eine App immer nur bei der Installation, ob Du das willst und danach nie wieder. Abstellen, meist Fehlanzeige, oder so schwer, dass es kaum jemand tut. Hier kann nun wirklich niemand mehr Apple den schwarzen Peter zuschieben.

Mit den Privatsphären-Einstellungen zeigt Apple, wie man es macht und mehr Optionen wären hier sicherlich nicht ganz verkehrt, aber mehr will man immer haben :)

Claus Wolf

Seit 1994 im Netz unterwegs und seit 2004 eingefleischter Mac-Nutzer. 21.5" iMac - 2.9GHz Intel Core i5, 16GB RAM, 1TB Fusion Drive HDD / 128GB iPhone 7 / 128GB iPad 9,7" (2017) / 15" MacBook Pro (Mitte 2014) in der Firma...

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