Kindle Fire HDX

Ihr habt es hier schon einmal gelesen – ich liebe meinen kleinen eInk Kindle. Wer gerne und viel liest kann mit diesem kleinen und leichtem Gerät nicht viel falsch machen. Der Preis von €49 lässt hier nicht viel Raum zum Grübeln, auch wenn der Kindle Paperwhite natürlich so einige Vorzüge zu bieten hat. Als ich dann vor einigen Monaten einen Kindle Fire HDX mit 16GB Speicher für lediglich €179 im Angebot sah, überkam mich die Versuchung dieses kleine Tablet zu kaufen. Nicht zum Lesen, wohlgemerkt, sondern zum Konsumieren so mancher digitaler Amazon-Kost.

Eines vorweg: ein iPad ist der Kindle Fire HDX nicht. Jetzt wo wir das aus dem Weg geräumt haben, können wir uns damit beschäftigen, was das Fire HDX ist ;)

Hardware

Das Kindle Fire HDX ist ein kleines Android Tablet mit 7″ (17cm) Bildschirm, der mit mindestens 16GB Speicher, 2GB RAM, WLAN , Quad-Core Prozessor und mehr aufwarten kann. Die Bildschirmauflösung umfasst 1920×1200 Bildpunkte und hat somit 323ppi (Pixel pro Zoll). Ein iPad Mini hat ein etwas größeres Display mit 326ppi . An Schärfe mangelt es dem kleinen Kindle-Zwerg also nicht, Videos sehen super aus.  Der offizielle Preis ist auch nicht übel – ab €229.

Das Design des Kindle ist schlicht in schwarz gehalten. Auf der Rückseite gibt es drei Knöpfe. Links einen An/Ausschalter und rechts zwei Knöpfe zur Lautstärkenregelung.  An der rechten Seite findet sich dann noch ein Kopfhöreranschluss und links der unsägliche Mikro-USB-Anschluss. Zum einen ist das Ding unsäglich, weil es in einem ungewöhnlichen Winkle eingesteckt wird, zum anderen mag der Mikro-USB-Anschluss ja klein sein, aber zum anderen ist er wirklich blöd einzustöpseln. Da würde ich den 30-Pin Stecker vom iPad meiner Frau bevorzugen oder doch viel lieber den neuen Lightningstecker ;)

Hinten hat es noch „Stereolautsprecher“ von denen man eh nicht viel erwartet hätte und vorne eine Kamera für Skype-Anrufe & Co. Alles in Allem ist es also ein ordentliches Tablet zu einem ordentlichen Preis. Da ich von Zeit zu Zeit vom Geiz geplagt bin, habe ich die Version mit den „Spezialangeboten“ gewählt und freue mich berichten zu können, das man diese Werbung getrost ignorieren kann. Klar sie erscheinen auf dem Sperrbildschirm, aber den schaut man sich ja eh nicht an, weil er so schön ist…

Betriebssystem

Das von amazon entwickelte Fire OS ist ein Android-Clone, der voll und ganz auf den Konsum von digitalen Inhalten ausgelegt ist. Die Bedienung ist bequem und gut durchdacht. Da es um den Konsum von Inhalten geht, werden die zu letzt genutzten Inhalte Bücher, Videos & Apps in einem Karrusell angezeigt, durch das man einfach durchwischen kann. Eine „normale“ App-Ansicht gibt es natürlich auch und wenn man am oberen Bildschirmrand schaut gibt es noch ein Menü, welches Zugriff auf alle Medien und verschiedene Amazon-Einkaufsoptionen gibt.

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Da das Fire OS ein „Fork“ von Android ist, muss das Kindle Fire HDX erst einmal ohne die üblichen Google Apps auskommen. Als Browser bietet also amazon seinen eigenen Browser (Silk) an, ein eigenes eMail Programm und eine fast unendlich erscheinende Anzahl von kostenlosen und kostenpflichtigen Apps im amazon-eigenen AppStore. Wer sich für das Fire HDX entscheidet, hat sich für das Amazon-Ökosystem entschieden, ebenso, wie es ein iPad Käufer bei Apple macht. Verlassen muss man sich nicht fühlen, denn amazon investiert kräftig in das eigene System.

Kleine „Schönheitsfehler“

Dieser Kindle ist jedoch eindeutig fürs Querformat (denkt an Video) gedacht und nicht so sehr fürs Hochformat, auch wenn es gerade dieses Format ist, in dem man Bücher lesen möchte. Wie alle LCD Bildschirme eignet sich das Kindle eigentlich nicht so schrecklich gut fürs Lesen. Die Augen ermüden und wenn man einen eInk Kindle gewöhnt ist, mag man an der Weisheit der Nutzer zweifeln, die mit so einem LCD Bildschirm Bücher lesen. Das ist kein Vergleich, also zu mindestens für mich nicht und so reist der eInk Kindle mit mir, während ich auf dem Sofa mit dem Fire HDX Videos schaue.

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Beim Lesen fällt einem jedoch etwas anderes auf – ein echter Schönheitsfehler. Dieser Kindle verwendet eine blaue Hintergrundbeleuchtung und die führt zu einem ganz interessanten – oder sagen wir nervigem –  Phänomen: der Kindle hat einen blauen Rand. Das fällt bei der schwarz gehaltenen Nutzeroberfläche nicht auf, auch beim Videoschauen merkt man davon nichts. Erst wenn man ein Buch oder eine Webseite aufmacht sticht es einem sofort ins Auge. Ganz offiziell scheint es wohl Batterielaufzeit zu sparen, ganz inoffiziell ist das ein echtes Minus für das Gerät, aber man gewöhnt sich daran. Klickt auf die Bilder oben, um den Effekt einmal zu begutachten. Wäre ich Produktmanager wäre das ein Show-Stopper und würde in keinem neuen Gerät vorkommen.

Wichtige Apps & Funktionen

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Der Silk-Webbrowser macht eine ganz gute Figur. Er kann so ziemlich alles, was er können muss. Meine Webseite funktioniert gut, aber einige Webseiten zwingen das Fire in eine völlig nervige Mobile Version hinein. Kein Fehler des Fire HDX, sondern der Webseiten-Betreiber.

Im Appstore gibt es jede Menge Spiele & Apps, viele von diesen kennt man auch von iOS. Die Qualität ist gut und meine Kleinen spielen schon mal gerne „Dr. Panda“. Auf dem größeren iPad macht das vielleicht mehr Spaß, aber über das Kindle hat sich auch noch kein Kind beschwert. Ein wenig schade ist, dass in den eingebauten Apps es manchmal richtig schwer wird seine eigenen Inhalte zu finde.

Nimmt man zum Beispiel die Video App. Die Optionen im Kontext-Menü sind so gewählt, dass man als Nutzer fast immer wieder im Amazon-Angeobt landet. Sucht man seine eigenen Videos – möchte man im Punkt Videos etwas auswählen. Ihre Video-Bibliothek hört sich gut an, ist aber falsch. Man muss bis ans untere Ende scrollen, um unter „Mehr“ dann endlich auf Persönliche Videos auswählen zu können. Natürlich gewöhnt man sich daran, aber hier hätten die Amazon-Entwickler durchaus dran denken können, dass man sein Gerät auch mit seinen Inhalten nutzen will ;) Naja, zum Trost erscheinen die Persönlichen Videos dann wenigstens im Karussell auf der Startseite ;)

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Positiv erwähnen möchte ich die Tastatur des Kinde. Zum einen zeigt die Tastatur sehr schön an, ob man gerade im Begriff ist einen Groß- oder Kleinbuchstaben einzugeben (das hätte ich auch gerne auf dem iPhone), zum anderen kann man auf der Tastatur Wörter durch „wischen“ eingeben. Man fährt einfach über die Buchstaben, die ein Wort ergeben und die Software im Hintergrund errät welches Wort gemeint wurde. Das funktioniert so erschreckend gut, dass man sich richtig dran gewöhnen könnte.

Das Fazit

Stehst Du vor der Wahl einen Kindle Fire HDX oder ein iPad Mini mit Retina Display zu kaufen und sollte der Preisunterschied nicht das Ausschlaggebende sein (dieser ist mit €160 nicht unerheblich), dann würde ich zum iPad Mini raten. Wenn es aber ein zweites Tablet sein soll, oder mehr ein Tablet fürs gelegentliche Surfen, und Konsumieren von Videos & Co von Amazon geht, dann ist man mit dem Kindle Fire HDX nicht schlecht beraten. Meine Kinder gehen gut damit um, ich nutze es ständig und bin sehr zufrieden.

Wer auf seinem Kindle Fire HDX jedoch arbeiten will, der sollte sich daran erinnern, wie viel Platz die Tastatur bereits wegnimmt. Hier tippt man schon mal ne eMail und liest auch längere Berichte, aber verfassen würde man diese hier sicher nicht.

Mehr Infos gibt es beim Hersteller

Claus Wolf

Seit 1994 im Netz unterwegs und seit 2004 eingefleischter Mac-Nutzer. 21.5" iMac - 2.9GHz Intel Core i5, 16GB RAM, 1TB Fusion Drive HDD / 128GB iPhone 7 / 128GB iPad 9,7" (2017) / 15" MacBook Pro (Mitte 2014) in der Firma...

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1 Antwort

  1. 12. September 2015

    […] Ende hört sich alles gar nicht mal so schlecht an. Im Vergleich zu unserem 7″ Kindle Fire HDX ist das Gerät nur unwesentlich größer und auch angenehm dünn. Mit 380g ist es nicht zu […]

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