Bose QuietComfort 35 II

Ich bin beruflich viel unterwegs und nicht selten komme ich mit Kopfschmerzen am Zielort an. Das ständige Rauschen im Flugzeug und Zug stört, will man einen Podcast hören oder einen Film schauen, regelt man die Lautstärke fast unwillkürlich immer weiter nach oben. Die Ohrhörer vom iPhone sind nicht wirklich dafür geeignet und so schielte ich schon länger mit ein wenig Neid auf die Nutzer von Noise Cancelling Headphones.

Als ich dann die Bose QuietComfort 35 II für knapp unter 300 Euro sah, schlug ich zu. Aber können so teure Kopfhörer wirklich gut genug sein, um den Preis zu rechtfertigen?

Kurz vorweg: Die Bose Kopfhörer sind genial, €300 sind jedoch eine stolze Summe.

Noise Cancelling

Noise Cancellation wird durch Gegenschall ermöglicht, aber die Kopfhörer sind auch schon so konstruiert, dass Geräusche abgeschirmt werden. Die Ohrhörer umschliessen die Ohrmuschel und entfernen so jede Menge Geräusche allein durch die Bauart. Schaltet man die Kopfhörer dann an, merkt man relativ schnell, dass sich das ganz anders anhört – irgendwie ruhiger – irgendwie anders als erwartet, aber dennoch super angenehm.

Ganz weg sind die Geräusche nämlich nicht, aber die Bose kennen zwei Stufen der Geräuschreduzierung. Mittel und Stark. Bei Mittel hört man Ansagen im Flugzeug und Zug noch recht gut, bei Stark muss man die Kopfhörer absetzen. Man hört zwar, dass eine Durchsage gemacht wird, aber versteht diese nicht wirklich. Optimal! Trotzdem, wer zu Fuß unterwegs ist, sollte die Geräuschreduzierung am besten deaktivieren.

Das Noise Cancelling geht also gut bis sehr gut, aber kommt man entspannter an? Ich möchte behaupten: ja. Das ist natürlich rein subjektiv, aber bei einem Flug nach und von Kasachstan konnte ich die Kopfhörer einen Dauertest aussetzen und war angenehm überrascht, um wie viel entspannter ich aus dem Flieger stieg. Diese Woche war ich dann auch von Delft nach Frankfurt unterwegs und auch die Zugfahrt wurde angenehmer. Wie gesagt, das ist schwer zu quantifizieren, es kann auch Einbildung sein ;)

Was nicht eingebildet ist, ist das auch andere Geräusche gut unterdrückt werden. Wir haben eine offene Küche und läuft der Geschirrspüler hört man es im gesamten Erdgeschoss. Will man dabei etwas hören oder auch nur Fernsehschauen nervt das ohne Ende, die QuietComforts können aber dieses Geräusch fast komplett ausblenden. So ein Geschirrspüler, ähnlich wie das rauschen im Flieger und das Rattern im Zug, hat ein Muster, dass sich gut wiederholt und das kann durch Gegenschall gut ausgeblendet werden. Ich habe also auch zu Hause schon eine Killer-Anwendung gefunden.

Tragekomfort

Die Kopfhörer umschliessen die Ohrmuscheln und tun dabei kein bisschen weh. Der Bügel ist gepolstert, so dass auch auf dem Kopf kein Druck entsteht. Der Tragekomfort, ist also gut. Bei sehr warmen Wetter schwitzen aber meine Ohren deutlich. Die Ohrpolster sind aus Kunstleder und wenn es heiß ist, schwitzen die Ohren deutlich, das ist ungewohnt und schmälert den tollen Eindruck. Zum Glück muss es dafür richtig warm sein, im Flieger, wo die Klimaanlage Kühlung verschafft, ist das auch kein großes Problem.

Batterielaufzeit

Bose gibt 20h an. Bisher hab ich es noch nicht hinbekommen, das auszuschöpfen. Lange Zugfahrten, lange Flüge kein Problem. Die Bluetoothverbindung hält gut und stabil. Geladen wird der Kopfhörer über ein Micro-USB-Kabel

Die App

Die App ist einfach gehalten, aber ermöglicht alle „wichtigen“ Einstellungen. Mit am wichtigsten scheint mir, dass die Firmware der Kopfhörer hier aktualisiert werden kann und man einen einfachen Zugriff auf die Stärke der Geräuschreduzierung hat. Ansonsten habe ich mit der App noch nicht so viel angefangen, die Verbindung und Nutzung der Kopfhörer geht nämlich auch ohne super ;)

Der Google Assistant

Das „Besondere“ an den QuietComfort 35II ist der eingebaute Google Assistant. Ist man mit dem Telefon verbunden unterhält sich Google regelmäßig mit Dir. Dafür wird Musik & Podcasts unterbrochen, damit man von neue Alerts, Pushnachrichten & Co informiert wird. Zugegeben, das nervt ein wenig. Dennoch ist es cool, dass man mit einem Knopfdruck Google eine Frage stellen kann. Mein Fazit dennoch „schnick-schnack“, netter gimmick, aber braucht „dieser“ Mensch nicht.

Die Roboter-Dame von Bose

Verwirrend wird es, weil es auch noch eine Roboter-Dame von Bose gibt. Macht man die Kopfhörer an, verkündet die „nette“ Dame, den aktuellen Batterieladestand und mit welchen Geräten man gerade verbunden ist. Das macht die Dame mit einer blechernen Stimme, dass man sich wünschen würde, Bose könnte diese Aufgabe an den Google Assistant abgeben.

Sonstiges & Fazit

Die Kopfhörer passen mir ausgezeichnet, haben einen guten Klang, wobei ich kein großer Musikfan oder -kenner bin. Podcasts und Netflix hören sich super an. Die Geräuschreduzierung klappt, aus meiner Sicht, bestens und überhaupt bin ich mit dem Kauf zufrieden. Hätte ich die Kopfhörer für die Hälfte bekommen, würde ich jetzt Lobeshymnen anstimmen – €300 sind jedoch reiner Luxus. Den Kauf musste ich mir also vorher schönreden.

Jetzt bin ich jedoch vollauf überzeugt, dass Kopfhörer auch mal €300 wert sein können. Dass der Komfort, den man aus der erweiterten Ruhe zieht, auch einen Wert hat (usw). In der Vergangenheit hatte ich einmal Sony Kopfhörer für deutlich weniger (ca. 60 US$) und deren Qualität war, sagen wir mal, unterirdisch.

Wo kaufen?

Ich selbst habe im Online Shop von T-Mobile gekauft, wo es die Kopfhörer kurzfristig für €294 gab, jetzt kosten diese dort jedoch wieder €379 [23. Juni 2018]. Bei Amazon kosten die Kopfhörer im Moment €299 [23. Juni 2018]

 

Claus Wolf

Seit 1994 im Netz unterwegs und seit 2004 eingefleischter Mac-Nutzer. 21.5" iMac - 2.9GHz Intel Core i5, 16GB RAM, 1TB Fusion Drive HDD / 128GB iPhone 7 / 128GB iPad 9,7" (2017) / 15" MacBook Pro (Mitte 2014) in der Firma...

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