Xiaomi A1 – die Kameras im Praxistest

Die beste Kamera ist immer die Kamera, die man gerade zur Hand hat. Wer diesen schlauen Spruch zum ersten Mal gesagt hat, konnte ich leider nicht erörtern – er möge mir jedoch dieses dreiste Plagiat verzeihen.

Das Xiaomi A1 hat gleich zwei Kameras auf der Rückseite, die durch unterschiedliche Brennweite „bessere“ Zoomaufnahmen (1x, 2x) ermöglichen sollen. Auch Aufnahmen mit Tiefenschärfe sind möglich. Bei den Kameras auf der Rückseite handelt es sich um:

Kamera 1:
12MP Weitwinkel (OmniVision OV12A10) f/2.2, 1.25μm Pixel
Blende: f/2.2 – entspricht einer 26mm Linse

Kamea 2:
12MP Telefoto (OmniVision OV13880) f/2.6, 1.1μm Pixel
Blende: f/2.6 – entspricht einer 50mm Linse

Hier seht Ihr ein Stofftier meiner Tochter im 1x und 2x Modus. Wenn Ihr die Bilder anklickt, könnt Ihr eine größere Version anzeigen, wobei ich jedoch die Auflösung auf 750×1000 Pixel reduziert habe (Ursprünglich 3000×4000 Pixel)

Bei der „Selfie-Kamera“ handelt es sich um eine Kamera mit 5MP Auflösung und einer Pixelgröße von 1.12μm, sowie einer f/2 Blende. Hier ein Selfie von „Rocky“ ;)

Der arme Rocky wirkt ein wenig ausgewaschen, was schade ist, aber ich war auch deutlich näher an Rocky dran, als ich das bei einem „echten“ Selfie wäre.

Interessant wird es nun mit dem Tiefenschärfen-Modus, die die Kameras auf der Rückseite „zaubern“ können. Diese Fotos werden wirklich toll, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob hier ein schlauer Algorithmus mit den Daten einer Kamera arbeitet, oder tatsächlich beide Kameras zum Einsatz kommen. Ich glaube, dass es ein Algorithmus ist, da es bei einem Foto meiner Frau zu einem „Fehler“ kam, der sich eigentlich nur durch eine Schwäche im Algorithmus erklären lässt.

Im Ende ist es aber eigentlich auch egal, das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Das Objekt soll maximal 2,5m entfernt sein und man wird ganz ordentlich durch den Prozess geführt – nur ganz intuitiv ist er leider nicht, ein wenig Geduld braucht man, meine liebe Frau gab dabei auf.  „Affie“ dient uns als Anschauungsobjekt:

Und was, wenn man keine Stofftiere der Tochter Fotografiert und unterwegs Schnappschüsse machen möchte? Kein Problem – hier zwei Fotos, die bei strahlendem Sonnenschein am Edersee gemacht wurden. Ihr dürft raten, welches Foto von einem iPhone 7 und welches vom XiaoMi A1 stammt – die Einstellungen habe ich komplett dem Telefon überlassen.

Und konntet Ihr schon einen Favoriten ausfindig machen? Bei diesem Foto fiel es mir wirklich schwer aber das linke Foto (sample1.jpg) stammt von einem iPhone 7 und das rechte Foto (sample2.jpg) von dem Xiaomi A1. Ich persönlich finde die Farben im linken Bild besser getroffen (natürlicher), aber das rechte Foto ist wirklich nicht schlecht und zeigt ein wenig mehr Detailtreue in der Staumauer.

Was noch fehlt ist also ein Foto bei schlechten Lichtverhältnissen und auch das habe ich für Euch vorbereitet. Leider gab es kein Foto für den direkten Vergleich, was dazu führt, dass der Vergleich hinkt. Habt Ihr schon einen Favoriten?

In diesem Fall ist das linke Foto vom Xiaomi A1 und das rechte Foto von einem iPhone 7. Was man beim Xiaomi feststellt ist dass die HDR Funktion einen schönen Himmel hervorzaubern konnte, auch wenn die Staumauer recht ausgewaschen wirkt. Aber schaut Euch die Fotos ruhig größer an, denn da merkt man gleich deutliche Unterschiede – was auf den kleinen Bildern schön wirkt, ist bei näherer Betrachtung trotzdem recht verwaschen. Der direkte Vergleich ist also leider nicht möglich, denn die Bäume haben es dem iPhone ungleich schwerer gemacht, so dass der HDR Modus nicht zum Zuge kam und der Himmel weiß ausgewaschen ist. Die Fotos wurden nach Sonnenuntergang im Zwielicht gemacht.

Jetzt bleibt also die Frage – taugt die Kamera was?

Ja, die Kamera ist sogar richtig gut, besonders wenn man die Preisklasse des Telefons berücksichtigt. Ich muss zugeben, so richtig objektiv wurde meine Meinung erst, als ich mir die Fotos mal richtig angeschaut habe und so den direkten Vergleich suchte. Anfänglich dachte ich, dass ich auf jeden Fall die iPhone Kamera bevorzugen würde und ganz ehrlich – ich mag die iPhone-Kamera auf gar keinen Fall hergeben. Man muss aber unumwunden zugeben, dass die Xiaomi Kamera sich ausgesprochen tapfer schlägt und durchaus schöne Fotos generiert.

Am besten beschreibe ich es so – als ich die Fotos in Google Photos raussuchte, musste ich selbst in die Info schauen, um festzustellen, welches Foto mit welcher Kamera gemacht wurde. Beide Telefone machen also gute Fotos, nicht immer Perfekt, aber verstecken muss man sich mit dem Ergebnis nicht!

Claus Wolf

Seit 1994 im Netz unterwegs und seit 2004 eingefleischter Mac-Nutzer. 21.5" iMac - 2.9GHz Intel Core i5, 16GB RAM, 1TB Fusion Drive HDD / 128GB iPhone 7 / 128GB iPad 9,7" (2017) / 15" MacBook Pro (Mitte 2014) in der Firma...

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