Citavi und macOS, das ist so eine Sache. Im Moment lautet da die offizielle Antwort – Windows installieren. Die Schweizer planen jedoch großes und wollen mit Citavi Web endlich auf allen Endgeräten punkten.

Für ein privates Projekt durfte ich in den letzten Wochen jedoch einmal einen guten Blick „unter die Haube“ werfen und Citavi hat mich positiv überrascht. Hier wird nicht sklavisch versucht die Daten vor den Nutzern zu verstecken, sondern es gibt gute Ansätze, mit denen man die Datenbasis nach-nutzen kann, selbst wenn man kein Windows und kein Citavi zur Hand hat.

Sicherungskopien

Wer eine Sicherungskopie über Datei > Dieses Projekt > Sicherungskopie anlegt erhält eine ctv6bak Datei. Das ist jedoch nicht irgendeine Binärdatei, die nur echte „Hacker“ wirklich wertvoll finden, sondern eine recht gewöhnliche ZIP Datei (mit ungewöhnlichem Namen) in der sich eine XML Datei (mit .ctv6 Dateiendung) verbirgt. Die XML Datei enthält neben den Projekteinstellungen auch alle Referenzen in einem leicht verständlichen Schema.

Dafür gehören die Entwickler gelobt, denn so kann auch ich, mit meinem Mac, einen Blick in die Datenbasis werfen. Wer mag, kann diese Datei aber auch nutzen, um seine Citavi Daten nach Zotero zu überführen.

Die Archivkopie

Wer über Datei > Dieses Projekt > Archivkopie lokal speichern eine Archivkopie erstellt, erhält eine Datei, die um ein vielfaches größer ist, als die Sicherungskopie, aber auch um ein vielfaches wertvoller.

Auch hier erhält man eine ZIP-Datei (ctv6archive), entpackt man die Datei findet man jedoch deutlich mehr Dateien und Verzeichnisse. Für die Mehrzahl der Nutzer sind es sicher die Dateianhänge, die man auf gar keinen Fall missen möchten – alle sind da.

Wer jetzt jedoch einmal in die „Tiefen“ von Citavi vordringen möchte, der sollte einen Blick auf die die ctv6 Datei werfen. Hier handelt es sich um eine SQLite Datenbank, die man z.B. mit DB Browser for SQLite gut öffnen kann. Die Datenstruktur erklärt sich gut, aber so richtig wertvoll wird es leider erst, wenn man sich mit SQL Abfragen ein wenig auskennt.

Die Entwickler bei Citavi haben vernünftige Strukturen aufgebaut, die eine flexible Datenstruktur und gute Verwaltung der Informationen ermöglichen. Das bedeutet aber auch, dass die Daten über viele Tabellen „verstreut“ sind, als IDs dienen HEX „Blobs“.

Einen sehr schönen ersten Einblick vermittelt Norbert Köhler in einem Blog-Eintrag, der bereits im Mai 2017 veröffentlich wurde.

Damit kannst Du zwar nicht plötzlich Citavi unter macOS laufen lassen – dafür wird es Citavi Web geben – aber Du kannst Dir sicher sein, dass Deine Daten auch in vielen Jahren noch erreichbar sind, selbst wenn Du längst nicht mehr auf der Uni bist.

Was macht man jetzt damit?

In meinem Projekt ging es darum eine Möglichkeit zu finden, mit der eine emeritierte Professorin die Daten in Citavi pflegen kann und wir diese trotzdem schnell und einfach in Zotero abbilden können. Dabei war es wichtig, dass die die Zotero-ID beibehalten wird (Permalinks), Cover-Abbildungen an die Datensätze angefügt werden (diese haben einen gewissen Mehrwert) und die Hierarchie der Datensätze (Ober- und Unterordnungen) abgebildet werden können.

Über das Projekt schreibe ich ein anderes Mal ein wenig mehr, aber grundsätzlich war es erst die SQLite Datenbank und die Tatsache, dass die Archivkopie tatsächlich alle Daten enthält, die es ermöglichte das Projekt umzusetzen. Ein wenig kompliziert wurde es, da die Zotero Datenbank bereits bestand und so hatte ich richtig viel „Spaß“ damit eine Konkordanztabelle erstellt werden konnte.

Dazu aber ein anderes Mal mehr – für heute reichen die Erkenntnisse zu Citavi.


Claus Wolf

Seit 1994 im Netz unterwegs und seit 2004 eingefleischter Mac-Nutzer.

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Avatar-Platzhalter

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.