Letzte Woche schrieb ich bereits über Wordle, ein tolles Wortspiel, das man kostenlos auf https://www.powerlanguage.co.uk/wordle/ spielen kann.

Während das Spiel keine komplizierten Regeln braucht, um die grauen Gehirnzellen mal so richtig heißlaufen zu lassen, braucht es einen recht ordentlichen Wortschatz und einiges an Fantasie. Beides fehlt mir, daher habe ich ein kleines Python Script geschrieben, dass anhand von zwei Wortlisten und den Hinweisen aus dem Script Vorschläge erarbeitet.

Das Script, samt zweier Wortlisten, gibt es unter https://github.com/otzbergnet/WordleSolver – wenn Ihr Python-Profis seit, vergebt mir bitte alle offensichtlichen Fehler, das ganze ist bei weitem nicht perfekt.

Das Script fragt Dich zu Deinem Tipp (hier diary) und fragt dann ab, welche Kacheln grün und gelb waren. Man gibt diese ein und bekommt einen Vorschlag

Aus den Vorschlägen wählt man sich nun ein Wort aus, z.B. since und füllt das Interview aus, woraufhin man wieder eine Vorschlagsliste bekommt…

Jetzt habe ich noch zwei Möglichkeiten und kann mein Glück versuchen, z.B. mit wince und schon habe ich „gewonnen“. Naja, fair war das nicht.

Was läuft im Hintergrund?

Durch das „Interview“ lernt das Script immer mehr über das Wort. Wir wissen, auf jeden Fall, dass das Wort aus 5 Buchstaben besteht. Aus dem ersten Rateversuch wissen wir, dass wir mit diesem regulärem Ausdruck das passende Wort finden würden ^.i...$ – aber das ist ja noch nicht alles was wir wissen. Denn wir wissen auch, dass im Wort die Buchstaben dary nicht vorkommen. Gelbe Buchstaben müssen hingegen vorkommen, dürfen aber nicht in der Position vorkommen in der Sie gefunden wurden.

Das Script lernt also mit jedem Versuch mehr über das Wort und bildet daraus recht einfach gestrickte Regular Expressions. Diese werden dann gegen zwei Wortlisten:

  1. eine Liste von Worten mit 5 Buchstaben, die ich aus einer Liste von 1000 häufigen englischen Worten extrahiert habe)
  2. eine Liste don Worten mit 5 Buchstaben in der englischen Sprache

Wenn das Script mehr als 15 Treffer in der großen Wortliste findet, bietet es erst einmal Wort aus der kleinen Liste an. Diese sind zwar deutlich seltener der Treffer, aber irgendwie muss ich die Vorschläge eingrenzen.

Ganz wichtig, damit das Script helfen kann, muss es alle Rateschritte kennen. Hängst Du also nach 3 Rateversuchen fest, gib erst diese drei Versuche ein, damit das Script über alle positiven und negativen Bedingungen informiert ist.

Aber ist das nicht Schummeln?

Diesem Vorwurf kann ich nicht entgehen. Ja das wäre schummeln.

Wenn ich mein gelöstes Wordle auf Twitter & Co veröffentlichen würde und vorgäbe, ich hätte das Wort hier in drei Schritten selbst geraten – dann wäre das nicht nur schummeln, sondern gelogen, unehrlich und vieles mehr.

Wenn ich es allerdings als Hilfestellung hernehme, wenn ich wirklich nicht mehr weiterkomme, dann ist es eine Art „Software-Joker“. Anstatt aufzugeben, kannst ich weiterspielen und spiele sollen ja auch Spaß machen. Und das Schreiben von dem kleinem Tool hat auch Spaß gemacht…

Kategorien: AllgemeinHomeMacintosh

Claus Wolf

Seit 1994 im Netz unterwegs und seit 2004 eingefleischter Mac-Nutzer.

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